“Ode an den Geldmangel!”
oder Was würdest du tun, wenn du immer genug Geld hättest?

Der Fabrikant 

In Sommer hatte ich zum ersten Mal einen richtigen Fabrikanten kennen gelernt. Es war eher ein Zufall. Am Morgen sprach mich ein netter pfeiferauchender Mann auf der Terrasse meiner Sommerfrische – Unterkunft an. So kamen wir ins Gespräch. Diese Szene wiederholte sich.  Jeden Morgen wenn ich zum Frühstück ging, kam dieser Herr und setzte sich in meine Nähe und begann ein unverfängliches Gespräch.

Und mit der Zeit stellte sich heraus, dass er diese wunderschöne Sommerfrische, dieses altehrwürdige Gutshaus gerade gekauft hatte.
Im Gutshaus war ein richtiges Herren-Zimmer eingerichtet. An den Wänden hingen riesige Trophäen von der Jagd.

Der Hausbesitzer erzählte mir, dass er alle Trophäen irgendwo auf der Welt selbst erlegt hatte. Der ganze Raum war gespickt von verschiedenen

Einzelteilen, und jedes hatte seine eigene interessante Geschichte. Und mehr und mehr stellte sich heraus, dass er eine große Fabrik besäße. Zeitlebens war er ein riesiger Technik Freak und heute hätte er wegen seinem großen Interesse ein sehr gut florierendes Großunternehmen.

Mein Blick lag auf dem roten Flitzer

Es standen zwei sehr große und wahrscheinlich sehr teure Autos gut sichtbar vor dem Haus geparkt. Ich verstehe wenig von Autos.

Mich zog nur das eine Auto magisch an – es hatte die von mir so geliebte Farbe – rot. Was das für ein Modell war und welche technischen Detail, welche Motorstärke etc. es hatte, war nicht in meinem Interesse.

Nur das wunderschöne Rot strahlte in der Sonne über den großen Guthaus-Vorplatz. Geld spielte, so vermute ich, für diesen Mann eine ganz andere Rolle.

Was treibt Dich an?

Mir stellte sich die so oft zitierte Frage:
“Was würde ich tun, wenn ich wirklich über so viel Geld verfügen könnte,
dass ich mir genau darum überhaupt keine Sorgen machen müsste?

  • Was bleibt dann an Antrieb, was bleibt dann an Interessen?
  • Was bleibt an Träumen und Sehnsüchten?
  • Wäre ich derselbe Mensch?

Und mir drängte sich der Gedanke auf, dass ich dem mir oft bekannten Mangel an Geld oder im Streben nach Einkommen sehr viel zu verdanken hätte.
War es nicht oft der Mangel der innere Motor, der mich veranlasste mich wieder und wieder mit neuen Themen zu beschäftigen?
War es nicht genau dieser Eifer beim Lernen, den ich in so viele verschiedene Bereiche gesteckt hatte?

War es wirklich das Interesse und war es wirklich die Neugier auf Wissen?

War’s nicht ganz oft der innere Antrieb Geld zu verdienen zu müssen und damit mein Leben bestreiten zu können, meine Kinder ernähren zu können , die Miete zu zahlen und meine geliebten Reisen zu finanzieren – mehr oder viel Geld zu verdienen?
Und doch arbeitete ich oft eher idealistisch und inhaltlich als mich nach hohem Honorar zu richten.

Geld und Beziehungen – wie passt das zusammen?

Dieser Fabrikant erzählte mir, dass er bereits zwei Ehen hinter sich lassen musste. Und ich wage zu behaupten, dass ihn das nicht wirklich glücklich machte. Er habe Kinder in den Ehen hinterlassen und selber Schaden genommen. Es blieb ihm ja fast immer ein schales Gefühl vom Scheitern. Da ist es egal wie wohlhabend und erfolgreich du bist. Das ist der Lebensbereich indem man sich als “gescheitert” erlebt.

Man kann eine Beziehung nicht bauen, nicht konstruieren oder kaufen, auch wenn man es so gern möchte. Es verlangt ganz andere Fähigkeiten. Fähigkeiten, die nichts mit Geld zu tun haben.

Ersticke ich eine Beziehung, in dem ich zu viel verschenke?

Jetzt lebe er hier mit seiner neuen Freundin. Er  überschüttet sie mit viel materiellem Glück. Da stand das große neue Auto, ein Jaguar, da waren der Kauf des Gutshauses, damit sie eine Zukunft hat und die Erzählung dass er ihr als nächstes ein wunderbares Pferd kaufen wolle. Und ich dachte bei mir: ”..kann das gut sein?

Wie soll diese Frau jemals einen Ausgleich zu so viel materiellem Glück schaffen?

Und mir fiel sofort der Spruch aus den Familienaufstellungen ein:
”Wer zu viel gibt, wird verlassen.”
Und ich bin wirklich interessiert, ob diese Beziehung das aushält. Ich vermute, dass die anderen Beziehungen vielleicht daran gescheitert sind. Doch ich weiß es nicht und es geht mich auch nichts an.
Doch auch das Gegenteil kann die Beziehung vergiften und zum Scheitern bringen.

Da wo viel um Geld gestritten wird, die Schuld für den Mangel gern dem Partner in die Schuhe geschoben wird, kann es die Paarbeziehung extrem belasten. Oder in Beziehungen, in denen (oft) der Frau das Geld zugeteilt wird, kann genau daran scheitern. Und ein Satz könnte heißen: „Wer zu wenig gibt und den größeren Teil für sich beansprucht, vergiftet damit auch sein Umfeld und seine Beziehungen!“

“Wenn ich einmal reich, oje wididibum …wäre ich ein reicher Mann….”
Wie ist es, wenn Millionen auf deinen Konten liegen?

Würdest du überhaupt noch aufstehen, wenn dein Konto super prall gefüllt wäre? Der Fabrikant kam jeden Tag frühestens um 10.30 Uhr in sein Herrenzimmer. Das war mir sympathisch, bin ich doch selber von Geburt an eine Eule, die ihr ganzes Leben im immer viel zu früh aufstehenden Osten oder jetzt West-Deutschland lebt und darunter leidet, dass das einer unserer großen Tugenden ist und Sprüche ertragen muss, wie: „Früher Vogel fängt den Wurm“ etc. pp.

Was sind aber die Motivationsfaktoren jeden Tag aufzustehen und etwas zu tun? Was tust du dann? Ist es wirkliches Interesse, ist es wirkliche Neugier oder einfach Beschäftigung.
Braucht es jeden Tag einen neuen Kick und somit vielleicht doch eine neue Beziehung und somit vielleicht ein neues Betätigungsfeld, wie den Kauf dieses Gutshauses. Ich weiß es nicht! Ich kann es für ihn nicht beantworten!

Und ich weiß nicht, ob er es für sich beantworten kann.
Für mich bleibt die Frage: Wenn Geld nicht der Motor ist, um Dinge zu tun, was ist es dann? Wird das Leben dann schöner oder beliebiger?

Braucht es Exzesse, so wie man es immer wieder von reichen Leuten liest oder im Fernsehen sieht.

Ich komme zu der für mich wirklich wichtigen Erkenntnis:
“Ich danke dem Mangel an Geld!”

  • Es hat mich so viel tun und lernen lassen.
  • Es hat mich ermutigt mich, vor viele Leute zu stellen, große Projekte anzugehen und es zu wagen, auch wenn ich am Anfang noch gar nicht wusste, wie ich es lösen konnte.
  • Es hat mich von Fehlentscheidungen abgehalten, weil ich nicht auf falsche Pferdchen setzen konnte.
  • Es hat mir die tägliche Motivation, des Fortschreitens geschenkt. Ich habe gelernt dranzubleiben und den etwas aufzugeben ist keine Lösung.
  • Dabei habe ich das ‘liebe’ Geld solange verteufelt, anstelle ihm zu danken und es zu lieben.
  • Es ist ein Motor, das Schmieröl das alles am Laufen hält.
  • Und wenn man sehr viel Geld besitzt, bleibt wahrscheinlich immer noch der Drang etwas anderes zu schaffen.

Vom Wunsch bitte ein echter Graf zu sein.

Er ließ sich einen Bart stehen, wie es früher die Grafen trugen und er verhielt sich mit seinem eigenem Gutshaus, der Lust an der Jagd, dem Pfeifchen wie ein Graf und wird damit immer mehr zu dem, was er gern sein möchte. Möge es ihm gelingen!

Die Kunst das, was du sein willst, das was du leben willst in deinem Leben anzuziehen, ist die Vervollkommnung des Lebens und schenkt deinem Leben den Sinn und den Nachkommen den Stolz, den es verdient.

Auf’i zum energievollen Prallkonto

Ich will es erleben, wie es ist, ein super pralles Bankkonto zu haben. Der Satz meiner Mutter:” Wir haben alles verloren,”- schwebt als Aufgabe seit Kindertagen über mir. Es geht um Heilung der Familie, des Familiensystems.

Als Jüngste bekommt man, laut Hellinger, oft den inneren Auftrag der Familie zugeschoben. Ich lebe in der großen Wohnung, die meine Mutter als Ihre, aus der Heimat wiedererkannte.

Ich werde die Aufgabe, den Verlust wieder gut zu machen annehmen und erfüllen. Ich werde die Fülle in mein Leben holen! Vielleicht ist das der wirkliche Antrieb in mir!

Ich will die Kränkung und die Trauer, um den Verlust wieder gut machen. Vielleicht kehrt damit innerer Frieden ein, so wie ich es bei einem anderen Gutshofbesitzer erfahren durfte.

Er konnte das Erbe nach der Wende, den Besitz seiner Familie wieder antreten. Er hat aus einem abgewirtschafteten Gelände ein florierendes Unternehmen entwickelt. Er ist angekommen, er ehrt das Familiengrundstück und die Tradition seiner Vorfahren.

Ich will erfahren und spüren, was mich dann (noch) antreibt! Werde ich egoistisch und faul oder großherzig, sozialer und entdecke ganz neue, ungelebten Seiten an mir!
Auf zum Abenteuer – dem prallen Konto und seinen Folgen!
Bist du auch dabei?